Patio13 | Physik für Straßenkinder – Georg-Kerschensteiner-Preis 2015 für Dr. Elmar Breuer und Prof. Manuela Welzel-Breuer
„Patio 13 – Schule für Straßenkinder“ ist eine internationale Bildungsinitiative der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der kolumbianischen Lehrerbildung („Escuelas Normales Superiores“), an der namhafte Universitäten in Deutschland (Heidelberg und Freiburg) und in Kolumbien (Universidad de Antioquia, Medellín, und Universidad Externado de Colombia, Bogotá) beteiligt sind.
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Physik für Straßenkinder – Georg-Kerschensteiner-Preis 2015 für Dr. Elmar Breuer und Prof. Manuela Welzel-Breuer

Manuela Welzel-Breuer und Elmar Breuer

Dr. Elmar Breuer, Pädagogische Hochschule Heidelberg/Gymnasium Englisches Institut Heidelberg
Prof. Dr. Manuela Welzel-Breuer, Pädagogische Hochschule Heidelberg
„Für das Projekt „Physik für Straßenkinder“ in Kolumbien. Im Zusammenhang mit “Patio 13: Schule für Straßenkinder“ gestalteten Frau Welzel-Breuer und Herr Breuer eine Lernumgebung für Straßenkinder, die unter Berücksichtigung der besonderen (Lebens-)Erfahrungen experimentelle Möglichkeiten bereitstellt, mit denen Kinder und Jugendliche sich auf einen Weg von der Beobachtung bis hin zu einer theoretischen Erklärung im Bereich der Physik machen können. Die Straßenkinder erhalten in sogenannten Patios Bildungsangebote, die sie dazu befähigen sollen, sich in die Gesellschaft zu integrieren und einen eigenen Beitrag für ihre Zukunft leisten zu können.“

Manuela Welzel-Breuer und ihr Mann, Elmar Breuer, engagieren sich für Kinder in Kolumbien. Seit 2001 reist das Ehepaar regelmäßig in das südamerikanische Land. Mit im Gepäck: Experimentiermaterialien und Ideen für inhaltliche Lernangebote. Dort unterrichten Welzel-Breuer und ihr Mann Straßenkinder in so genannten „Patios“ (Schutzräumen). Unterstützt werden sie dabei von Lehrkräften, die das Ehepaar selbst ausgebildet hat. Manuela Welzel-Breuer und ihr Mann tragen dabei stets der besonderen Situation der Straßenkinder Rechnung. Meist arbeitet das Ehepaar mit leicht zu beschaffenden Materialien. Zudem ist es bestrebt, das die Angebote nachhaltig sind. Mit ihrem speziellen Unterricht verschaffen sie den kolumbianischen Kindern neue Zugänge zum Lernen und zur Physik. Systematisch sucht das Paar Anlässe aus der Lebenswirklichkeit der Kinder, anhand derer sich fundamentale physikalische Prinzipien entwickeln und erfahren lassen, beispielsweise aus der Optik, Mechanik oder Elektrizitätslehre. Dabei brechen die beiden bewusst mit dem Frontalunterricht. Die Straßenkinder sollen ein intuitives Verständnis von Physik entwickeln und einen empirischen Zugang zur Welt erhalten. Zugleich soll der Unterricht neugierig machen und zum eigenständigen Erkunden anregen, wenn Welzel-Breuer und ihr Mann einmal nicht vor Ort sind.

Manuela Welzel-Breuer ist Professorin für Physik und Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Nach Promotion 1994 der Universität Bremen war sie dort bis 1999 Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Didaktik der Physik, Universität Bremen. Davor war die Lehrerin für Physik, Astronomie und Mathematik sowie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen.

Elmar Breuer studierte Physik an den Universitäten Köln und Oldenburg. Zwischen 1992 bis 1994 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Didaktik der Physik der Universität Bremen. Dort promovierte er 1994 in Didaktik der Physik. 2002 hat er zusammen mit seiner Frau das Projekt „Physik für Straßenkinder“ ins Leben gerufen. Beide geben Seminare zur Physik für Straßenkinder und haben an der Neugestaltung des Physik-Anfängerpraktikums für Lehramtsstudenten an der Universität Heidelberg mitgewirkt.

Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.